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- Das Quartett PLUS 1 in der Ausstellung von Olaf Nicolai
Die kestnergesellschaft versteht sich als ein Ort der gesamtgesellschaftlichen Auseinandersetzung mit aktuellen Themen unserer Zeit. Literatur, Philosophie, Musik, Theater, Architektur, Mode, Film und Design haben daher neben den Ausstellungen ihren festen Platz in unserem Programm. Heute finden regelmäßig kestnerdialoge und kestnerkonzerte statt, die damit der Idee folgen, Bildende Kunst in einen größeren Diskussions- und Wahrnehmungskontext zu stellen und durch Perspektiven anderer Disziplinen zu flankieren und zu erweitern.
kestnerdialog
Den Auftakt der kestnerdialoge bildete Isabelle Graw, Herausgeberin und Redakteurin der Zeitschrift »Texte zur Kunst« und Autorin zahlreicher Artikel und Katalogtexte. Sie stellte ihr neues Buch »Die Bessere Hälfte - Künstlerinnen im 20. und 21. Jahrhundert« vor. Seitdem konnte die kestnergesellschaft wichtige Vertreter aus Kunst und Kultur für Vorträge und Diskussionen mit aktuellen Themen gewinnen. Zu Gast waren bereits die Architektin Anabelle Selldorf, der Sammler Michael Thun, die Schauspielerin Oda Thormeyer, der Architekt Ole Scheeren, der Philosoph Peter Sloterdijk, der Schweizer Künstler Thomas Hirschhorn, der Schriftsteller und Journalist Claudius Seidl sowie Axel Hecht, Herausgeber des Kunstmagazins »art« und der Kunsthistoriker Beat Wyss, Herausgeber zahlreicher international diskutierter Publikationen der Gegenwartskunst.
kestnerkonzert
Im Rahmen der kestnerkonzerte finden in loser Folge in den Räumen der kestnergesellschaft musikalische Aufführungen unterschiedlichster Art statt. Die vom Neuen Ensemble initiierte Reihe der Mobilen Musik findet eine schlüssige Symbiose mit der Programmatik der kestnergesellschaft, spartenübergreifend über die Positionierung von Kunst nachzudenken und das Haus für neue Tendenzen zu öffnen.
Das Neue Ensemble wurde im August 1993 von seinen Mitgliedern um den künstlerischen Leiter Stephan Meier gegründet. Seitdem haben sich die Hannoveraner einen Platz unter den international erfolgreichen Ensembles für zeitgenössische Musik erobert. Was sie auszeichnet sind nicht nur sprühende Musikalität und ein herausragender Ensemblegeist; besondere Aufmerksamkeit erregen ihre Programmkonzepte, mit denen sie sich bewusst von gängigen Konzertereignissen abheben. Sie sind darauf ausgerichtet, die Musik mit ihren außermusikalischen Zusammenhängen schlüssig und für jedermann erlebbar zu präsentieren. Das Ensemble eröffnete das Kulturprogramm des Deutschen Pavillons auf der Expo 2000 und war zu Gast in Riga, Hamburg (das neue werk), München und Köln (WDR). Seine CD »Pierre Boulez - Le Marteau sans Maître« erntete in den Fachblättern einhellig höchstes Lob. So formulierte die Neue Zeitschrift für Musik: »Nie würde das Ohr sich, gefesselt vom Auge, diesem wunderbaren Fluss überlassen können, in den Das Neue Ensemble diese zur Musik werden wollende Philosophie gebracht hat.«
Weitere Zusammenarbeiten finden mit dem Incontri-Institut für neue Musik der Hochschule für Musik und Theater Hannover statt. Die von den Musikstudenten entwickelten Musikstücke für Instrumente und Elektronik zeigen auf, welche Kommunikationen die KomponistInnen der jungen Generation beschäftigen und welche sie dem Publikum anbieten.
Quartett PLUS 1 seit 2005 untersucht das Hildesheimer Streichquartett die Schnittstellen der Künste. Im Rahmen der Reihe »Musik in Kunstwerken« treten die vier Musikerinnen, Katharina Pfänder (Violine), Kristina Van de Sand (Violine), Katharina Hülsmann (Viola), Lisa Stepf (Violoncello) in der kestnergesellschaft auf, interpretieren musikalisch die Kunstwerke, um eine Verbindungslinie sicht- und hörbar zu machen, doch ohne die Eigenständigkeit der beiden Künste aufheben zu wollen
kestnerfilm
Wie entwickelt der Drehbuchautor eine Filmszene? Es gibt viele Wege der Inspiration. Eine innovative Möglichkeit bot z.B. die Hannoveraner Regisseurin und Drehbuchautorin Franziska Stünkel in der kestnergesellschaft an. Besucher, Internetnutzer und Drehbuchautoren konnten an dem interaktiven Drehbuchprojekt »Tell me their story« teilnehmen und eine Filmszene zu entwickeln.
Ausgangspunkt für den Schaffensprozess einer Filmszene war die von Franziska Stünkel aufgenommene Fotografie »all the stories 02«, die in der kestnergesellschaft gezeigt wurde. In der Halle V entstand eine begehbare Rauminstallation, in der neben der Fotografie Arbeitsplätze für die Besucher eingerichtet wurden: ein Computer samt Internetzugang, eine Schreibmaschine und zudem Stift und Papier. Mit den verschiedenen Medien wurden die Besucher aufgefordert, einen Dialog zu der Fotografie zu erfinden: Eine Frau, ein Mann, ein Kind – was geschieht und was wird geschehen, was wird gesprochen? Grundlage für die Dialoge war immer das gleiche Foto – trotzdem entstanden unterschiedlichste Filmszenen.